Donnerstag, 16. April 2015

Rezension - Angela's Ashes (Rory Gilmore Reading Challenge)

Da ist sie wieder, die Rory Gilmore Reading Challenge. Und genau das habe ich mir davon erhofft, diesen Blog zu führen - endlich wieder mehr Leselust, weil mich der Blog einfach immer daran erinnert, dass ich mir Zeit zum Lesen freischaufeln sollte. Schon Anfang April habe ich Angela's Ashes von Frank McCourt verschlungen und ausgelesen. Peinlicherweise liegt das Buch schon seit Jahren in meinem Bücherregal, irgendwie hab ich es immer wieder vergessen und erst zur Rory Gilmore Reading Challenge wieder hervorgeholt
Als ich angefangen habe zu lesen, war ich zuerst total überrascht, mit wieviel Gefühl und gleichzeitig Leichtigkeit Frank McCourt seine Kindheitserinnerungen mit uns teilt, denn Frank McCourt erzählt von einer Kindheit, die in unglaublicher Armut stattfindet. Alkoholismus, ungerechte Behandlungen kommen ebenso zur Sprache wie Liebe und kindliche Unschuld, trotz einiger erschreckender Szenen.
Ich habe ja jetzt die englische Originalversion gelesen, toll fand ich daher auch den angedeuteten irischen Dialekt, der die Figuren sehr differenziert dargestellt hat. Sonst kann ich die englische Version auf jeden Fall empfehlen, die Sprache ist nicht allzu kompliziert, vielleicht nicht für Englischanfänger, aber wer schon mal öfter Bücher auf Englisch gelesen hat, kommt hier mit Sicherheit klar.
Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch, deshalb gibt es jetzt zum ersten Mal sechs von sechs Sternen.

März-Rückblick

Uuuhh, der Rückblick kommt spät, aber hier ist er, mein lese-März! Endlich bin ich wieder bei einer annehmbaren Lesegeschwindigkeit, im März konnte ich immerhin vier Bücher beenden. Das ist noch steigerungsfähig, aber ich freue mich trotzdem!

Gelesen habe ich:
Das gab's nur einmal - Verloren zwischen Berlin und New York von Marianne Gilbert, darin erzählt die Autorin einen Teil ihrer Lebensgeschichte als Kind deutscher Flüchtlinge aus dem Deutschland der 1930er Jahre.
Marianne Gilbert ist schon als Kleinkind hin- und hergerissen zwischen ihrem Vater, einem erfolgreichen Komponisten und ihrer Mutter, die sich am liebsten als intellektuelle Schönheit inszeniert. Ihr Vater ist Jude, ihre Mutter Christin, beide sind aber nicht religiös und identifizieren sich mit kommunistischen Ideen und dem Lebensstil der Berliner Bohème. Durch die zunehmende Verfolgung unter Hitler aus der künstlerischen Szene eines blühenden Berlins herausgerissen erzählt sie von einer Familie zwischen Eheproblemen, Erwachsenwerden, Affären, Verfolgung und eigenem Geltungsdrang.
Die Anfänge haben mir sehr gut gefallen und entsprachen meinen Erwartungen, die Flucht aus Berlin, ein Nomadenleben in den umliegenden Länder und schließlich ein neues Leben im hoffnungsbeladenen Amerika, das in Armut beginnt. Der Neubeginn ihrer Eltern will einfach nicht funktionieren, ihr Vater findet mit seinen Liedern nicht den richtigen Ton für die Leichtlebigkeit der Amerikaner, ihre Mutter arbeitet Vollzeit, um die Familie zumindest annähernd über Wasser zu halten. Die Familie bewegt sich auch hier in Künstlerkreisen, doch die Eltern bleiben Fremde, in ihrer Identität immer Flüchtlinge, während Marianne sich voll in den USA integriert - sich aber damit auch immer mehr von ihren Eltern entfernt. Im letzten Drittel des Buches nimmt die Erzählung von Mariannes erster großer Liebe großen Raum ein. Die Erzählung des tragischen Verlaufs, den diese Beziehung nimmt, hat dadurch leider mehr von Aufarbeitung, als von Erzählung. Mir hätte hier am Schluss eine bessere Balance gefallen, aber vermutlich war das einfach eine Geschichte, die Marianne Gilbert erzählen musste.

Dann habe ich, wie es aussieht, eine Reihe beendet, Das Totengericht von Sarah Stewart Taylor hat es antiquarisch in mein Bücherregal geschafft. Es ist der dritte Band der Krimireihe. Das vierte, und scheinbar letzte, Buch hatte kein richtiges Ende, aber es werden wohl keine neuen Bücher mehr erscheinen (?). Ich hatte den vierten Band bereits vor einiger Zeit gelesen, weil das dritte damals nicht in der Bibliothek zu bekommen war. Auch Das Totengericht  hat mir gut gefallen, die Reihe dreht sich um die Kunsthistorikerin Sweeney St. George, die unter anderem durch ihren Forschungsschwerpunkt Grabsteinkunst immer wieder in Mordermittlungen hineingezogen wird. Da ich selbst Kunsthistorikerin bin, hat Sweeney bei mir einfach einen Stein im Brett ;) Der stärkste Band ist auf jeden Fall der erste Teil, aber ich kann einfach nicht von den Büchern lassen. Das Totengericht beschäftigt sich mit dem Unabhängigkeitskrieg: Sweeney versucht einen Grabsteinkünstler zu entlarven und trifft auf einem Friedhof den dreizehnjährigen Pres, der sich sehr für ihre Arbeit interessiert. Der schwerkranke Junge verwickelt sie in ein Gespräch über den Unabhängigkeitskrieg und als er schließlich nach Hause geht, folgt sie ihm aus Angst ihm könnte auf dem Nachhauseweg etwas passieren. So ist sie vor Ort, als der Junge auf dem Grundstück seiner Großeltern eine Leiche findet, die in einem Kostüm des Unabhängigkeitskrieges steckt. Die Ermittlungen nehmen ihren Lauf und Sweeney ist mitten drin.

Wildwood von Colin Meloy war ebenfalls im März dran, ein Träumchen war das, aber dazu hab ich ja schon eine Rezension geschrieben.

Dann kam noch der neueste Zorn-Fall Wie sie töten von Stephan Ludwig dran, der mich ein bisschen verstört hat. Zorn ist ja immer ziemlich heftig, aber dieses Mal war es mir stellenweise doch etwas zu blutig und Ludwig hat für mich auch mit zu viel psychologischer Gewalt gearbeitet. Zorn muss diesmal ohne den dicken Schröder ermitteln und ist auf der Spur eines Serientäters, der scheinbar wahllos zuschlägt. Das Ganze verdichtet sich zu einem Thriller, in dem auch ein Pflegeheim eine Rolle spielt. Insbesondere die Wechsel in die Täterperspektiven waren mir zu heftig und daher war das vermutlich der letzte Zornfall für mich.

Es wäre so schön gewesen, wenn das alles Bücher aus meinem Regal gewesen wären, allerdings ist nur eines davon von meinem SUB, Wie sie töten war ausgeliehen und die anderen habe ich (hust) neu gekauft...

Freitag, 20. März 2015

Rezension - Wildwood

Kennt ihr das Märchen Die sieben Raben von den Gebrüdern Grimm? Darin werden die sieben Brüder eines Mädchens in Raben verwandelt und sie zieht los, um ihre Brüder, nach vielen spannenden Aufgaben, zu retten. Ich musste während des Lesens von Wildwood sehr oft an diese Geschichte denken, obwohl es gar nicht so viele Ähnlichkeiten gibt. Colin Meloy erzählt aber eine für unsere Zeit ungewöhnliche Fabel, die ebenso liebevoll wie detailreich daherkommt, trotzdem nie ihre Leichtigkeit verliert und mich daher an die Märchen meiner Kindheit erinnert.
Die Heldin des Buches ist Prue: zwölf Jahre alt, Vegetarierin und Leseratte. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem einjährigen Bruder Mac in St. Johns, Portland, Oregon. An einem freien Tag verbringt sie mit Mac einen schönen Tag draußen, doch kurz bevor sie wieder nach Hause fahren möchte, geschieht etwas Unglaubliches: ein großer Schwarm Krähen taucht am Himmel auf, stürzt sich auf Mac und entführt ihn in den nahe gelegenen Wald, die undurchdringliche Wildnis. Schnell entschlossen macht Prue sich auf, um ihren kleinen Bruder zu retten. Erst einmal im Wald trifft sie auf Widerstand und Unterstützung, findet Verbündete, Freunde aber auch erbitterte Feinde. Bald stellt sich heraus, dass die Entführung nur der erste Teil eines erbitterten Kampfes ist, in dem Prue jetzt eine wichtige Rolle spielen wird.
Viel mehr möchte ich gar nicht von der Geschichte verraten, da sie ganz zauberhafte Wendungen bereithält. Sprechende Kojoten, mystische Waldbewohner und Räuber. Trotz dieser ganzen Wesen und sprechenden Tiere und ein bisschen Magie würde ich das Buch dennoch nicht als Fantasytitel, im Sinn der heutigen deutschen Verlagsbewertung, einordnen. Es handelt sich vielmehr um ein Märchen, eine Fabel, die mich mit ihrer selbstverständlichen Erzählweise total in ihren Bann gezogen hat. Ganz im Sinne dieser klassischen Erzählwelten gibt es auch bei Colin Meloy grausamere Szenen, blutige Kämpfe, die aber meiner Meinung nach auch Kinder aushalten sollten.
Begeistert haben mich auch die zauberhaften Illustrationen von Carson Ellis, die sich immer wieder in schwarzweiß auf den Seiten finden, außerdem sind sechs ganzseitige Farbtafeln im Buch verteilt.
Ich habe bislang sehr gemischte Kritiken zu dem Buch gelesen und gehört, für mich war es aber wie ein Ausflug in meine Kindheit. Empfehlen kann ich das Buch auf jeden Fall für Kinder zwischen zehn und vierzehn, ich hätte das Buch in dieser Zeit geliebt! Ich denke, es könnte auch ein schönes Buch zum Vorlesen sein, vielleicht für Kinder am Ende der Grundschulzeit. Ich denke wer seinen Kindern Harry Potter oder auch Lukas der Lokomotivführer vorliest, könnte es auch einmal mit Wildwood versuchen. Das Buch ist übrigens der erste Band einer Reihe, bei mir hat es aber einen dicken Pluspunkt gesammelt, weil man es auch als abgeschlossenen Roman lesen kann. Von mir bekommt Wildwood fünf von sechs Sternen.

Verlag: Heyne
Preis: 19.99 €
Seiten: 591

Freitag, 27. Februar 2015

Die Sache mit den Lieblingsserien

Ich war immer ein Filmmädchen - ob Science Fiction aus den 60ern, aktuelle Blockbuster oder Klassiker. Aber seit ein paar Jahren haben Serien weitaus größeren Erfolg als Filme, passen vielleicht auch einfacher in unsere derzeitige Lebensweise. Du sollst viel arbeiten, dich gesund ernähren, gut aussehen und trotzdem deinen Traum leben. Alles frisch, neu, variabel. Da passen 40 Minuten besser in die Tagesplanung als zwei Stunden.
Und auch mir sind immer mehr Serien aufgefallen und haben sich leise in meine tägliche Routine eingeschlichen. Bis mir aufgefallen ist, dass ich nur noch selten Filme schaue und ich bin mir nicht sicher, ob mir diese Entwicklung gefällt.

Allabendlich kommt sie, die Frage: noch eine Folge?

So richtig angefangen hat bei mir vor vielen Jahren alles mit den Gilmore Girls. Nachdem ich eine Folge bei einer Schulfreundin gesehen hatte, war ich der Serie verfallen. Keine anderen Serienfiguren fesselten mich so wie Lorelai und Rory und ich habe keine andere Serie so häufig gesehen. Kurz danach eroberte mich Six feet under (Girlcrush Claire!) - skurril, lustig, dramatisch, makaber und mit einer wundervollen Bildsprache, die mein Kunstgeschichtler-Herz einfach höher schlagen ließ. Nach und nach sah ich sie alle, Sex and the City, Grey's Anatomy, Supernatural, Downton Abbey, Sopranos, Castle aber auch Klassiker wie Twin Peaks (ganz große Liebe). Seit Neuestem sind wir hier von Game of Thrones angefixt, wieder kaufe ich eine Staffel nach der anderen und allabendlich kommt sie, die Frage: noch eine Folge?
Serien sind einfach. So komplex die Story auch oft erscheint, letztlich müssen Serien doch vor allem dazu anregen Suchtpotenzial hervorzurufen. Daher sind die kurzen Folgen meistens intensiver als Filme, die sich über fast zwei Stunden entwickeln und eine ganze Geschichte erzählen müssen. Vielleicht erinnern die heutigen Reihen uns auch an die Zeichentrickserien unserer Kindheit, Als die Tiere den Wald verließen, Die Gummibärenbande, Der kleine Vampir oder Ducktales. Machen wir unsere Sehgewohnheiten damit für den klassischen Film kaputt? Halten wir zwei Stunden Meisterwerke, wie Citizen Kane, überhaupt noch durch? Und ist es schlimm, wenn nicht?

Serien sind Begleiter, Filme Meilensteine

Ich finde ja. Ich schätze Serien, aber sie lösen ein anderes Gefühl in mir aus als Filme. Serien sind Begleiter, Filme Meilensteile. Ich werde nie vergessen, wie ich an einem meiner ersten freien Uninachmittage in der neuen Stadt, an dem mein Liebster arbeiten musste, alleine in meinem Lieblingskino saß und Blue Velvet gesehen habe. Doch Sehgewohnheiten müssen trainiert werden - ebenso wie Sprachen nicht nur gelernt, sondern auch gesprochen werden müssen - auch Filmsprache kann man verlernen.

Sonntag, 22. Februar 2015

Rezension - Affinity Bridge


Die Straßen Londons werden von undurchdringlichem Nebel beherrscht, darüber ziehen Luftschiffe ihre Bahnen. George Mann wählt London im Jahre 1901 mit fiktiven Technikentwicklungen als Schauplatz für seinen Roman und vereint Steampunk-Nostalgie und Zombieseuche zu einem spannenden Abenteuer.
Ich möchte nicht zu viel verraten, daher nur kurz: Der Wissenschaftler und Spezialermittler der Krone (Queen Victoria hat ihre Auftritte als Cyborg) Sir Maurice Newbury wird auf einen Fall der besonderen Art angesetzt - bei einem Luftschiffabsturz scheint nicht alles mit rechten Dingen zugegangen zu sein. Auch ein weiterer scheinbar übersinnlicher Fall des "glühenden Polizisten" liegt auf dem Schreibtisch. Newbury macht sich mit seiner neuen Assistentin Veronica Hobbes an die Ermittlungen.
Endlich mal ein Steampunk-Roman der nicht nur durch ausgefallene Ideen glänzt, sondern auch sprachlich mithalten kann. Mir hat, neben der spannenden Grundidee und der Kulisse des nebligen Londons, besonders das Verhältnis zwischen Sir Newbury und Veronica Hobbes gefallen. Das Buch gerät vielleicht etwas langsam in Fahrt, dann folgt aber eine Actionszene auf die andere, was manchmal auch ermüdend sein kann. Ich wusste relativ schnell wohin sich die Story entwickelt, trotzdem hat Mann es geschafft mich kurzweilig zu unterhalten, dafür gibt es von mir 4 von 6 Sternen.




Verlag: Piper
Seiten: 448
Preis: 9,99 €

Sonntag, 1. Februar 2015

Rezension: Please Kill Me (Rory Gilmore Reading Challenge)

Persönlicher Triumph! Ich habe dieses Buch schon vor mehreren Jahren angefangen und dann nach einem Drittel zur Seite gelegt und leider vergessen weiterzulesen. Jetzt habe ich mich noch mal drangesetzt und war schnell unglaublich begeistert.
'Please Kill Me die unzensierte Geschichte des Punk' von Legs McNeill und Gillian McCain ist eine Sammlung von Interviewschnipseln, die die Geschichte von Punk und Rock 'n' Roll von den späten 60ern bis in die frühen 90er hinein erzählt. Neben Musikern kommen auch Produzenten, Groupies und Freunde zu Wort. So ergibt sich eine vielseitige und detailreiche Beschreibung, die auch gezielt in die persönlichen Sphären der Beteiligten eindringt und mit der Musik verbindet. Hauptakteure sind Iggy Pop, die New York Dolls, Patti Smith, die Ramones und die Sex Pistols. Zimperlich sollte der Leser aber nicht sein, Drogen, Selbstverletzung, Gewalt und Sex kommen in allen Spielarten vor und werden durch die persönlichen Erzählungen teilweise auch sehr explizit beschrieben. Hier mischt sich guter Musikjournalismus mit Boulevardpresse - Patti Smiths 'Just Kids' war im Vergleich eine deutlich gefühlvollere Beschreibung dieser Dekade.
Wer 'Just Kids' gelesen hat, findet außerdem den ein oder anderen Bekannten. Obwohl ich unter anderem Musik aus dem Genre höre, mich auch für die in dem Buch beschriebene Zeit interessiere und 'Just Kids' zu meinen Lieblingsbüchern gehört, kannte ich nur einen Bruchteil der Personen, die hier zu Wort kommen. Nachdem ich zuerst den Fehler gemacht hatte, fast jeden Interviewpartner zu googeln, habe ich es nach einiger Zeit gelassen und einfach weitergelesen. Das Gestrüpp der Beziehungen lichtet sich irgendwann, nach und nach lernt man einzelne Charaktere besser kennen und kann ausgewählter nachsehen, wie denn eigentlich Groupie Sable Starr oder Gitarrist Cheetah Chrome (The Dead Boys) aussieht.
Von mir bekommt 'Please Kill Me' 5 von 6 Sternen, weil ich am Schluss regelrecht darin versunken bin. Der Anfang begann für mich aber etwas schleppend und hin und wieder werden auch meiner Meinung nach unwichtigere Ereignisse auf mehreren Seiten ausgebreitet. Ich hätte mir außerdem an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Fotomaterial gewünscht, weil viele der Personen heute nicht mehr so bekannt sind und es sich bei diesen exzentrischen (Mode-)Zeiten auch einfach angeboten hätte. Da haben mich die 11 Seiten schwarz-weiß Fotos einfach nicht umgehauen. Ein weiteres kleines Manko war, dass der Fokus wirklich sehr stark auf einer lockeren Gruppierung der siebziger Jahre liegt, vermutlich auch beeinflusst durch persönliche Beziehungen von Legs McNeil, der sich als Mitbegründer des PUNK-Magazins ebenfalls in diesen Kreisen bewegte. Das Buch ist vor allem auf die siebziger und achtziger Jahre fokussiert. So fehlen irgendwann die neuen musikalischen Entwicklungen. Das Buch reicht zwar zeitlich bis in die 90er, verfolgt aber dann nur noch die Spuren einzelner Personen aus diesem ausgewählten Kreis.
Mir persönlich hat es trotzdem sehr gut gefallen, weil es einen direkten Zugang zu Persönlichkeiten bot, deren Musik mich teilweise schon seit mehr als zehn Jahren begleitet. Ich fand die klaren und teilweise heftigen Erzählungen gut, da sie eine Verklärung verhindern. Wer liest, wie Iggy Pop monatelang immer wieder high im Rindstein landete oder Johnny Thunders seine Freunde für den nächsten Schuss beklaute, macht sich automatisch Gedanken über die Musikindustrie, die so etwas zulässt oder sogar fördert. Gleichzeitig spricht aus vielen Erzählungen auch eine Unschuld, ein Wunsch nach Wahrheit und der Verwirklichung eigener Träume. Ein Buch, wie eine gute Punkplatte - laut, ein bisschen schmerzhaft, aber mit viel Ehrlichkeit.




Verlag: hannibal
Preis: 24.99 €
Seiten: 509

Rory Gilmore Reading Challenge: 40 von 330 Büchern gelesen

Sonntag, 18. Januar 2015

Musik: Zurück in den Alltag



Ich bin momentan vollkommen versunken in das Buch "Please Kill Me - die unzensierte Geschichte des Punk" von Legs McNeil und Gillian McCain. Hier wird durch Interviews ein Lebensgefühl beschrieben, das nach der Hippiekultur der sechziger und frühen siebziger Jahre neuen Sinn und Unsinn gesucht hat. Alles zusammengehalten von Beschreibung und Entstehungsgeschichten einiger der wichtigsten Punk- und Rockalben. Ich habe schon lange Lust wieder bewusster Musik zu hören und das Buch hat mich jetzt endgültig auf den Geschmack gebracht. Daher gibt es jetzt jeden Monat ein oder zwei Alben die ich mir ganz bewusst anhören werde, ab und an, wie heute, veröffentliche ich dann erstmal eine Wunschliste, mit Platten, die ich mir auf den Zettel schreibe. In Zukunft gibt es hier also Neuentdeckungen und wiederentdeckte alte Schätzchen.

Alben die ich diesen Monat ausprobieren möchte:
Richard Hell and the Voidoids: Blank Generation
Eine Platte von Lou Reed, wahrscheinlich "Transformer"

Um mich selbst ein bisschen für meinen neuen Job zu belohnen, hab ich mir außerdem zwei neue Schallplatten gekauft. Frisch bei mir eingezogen sind gerade:
Nico: Schwanengesang - Lieder vom einsamen Mädchen
Marilyn Monroe: The Voice, Songs and Films of Marilyn Monroe